Urteil gegen Gruppe Freital

Dass Terrorismus nicht immer mit ausländischen Terrorgruppen in entfernten Ländern oder europäischen Metropolen zu tun haben muss, wurde im Sommer 2015 in Dresden schmerzlich zu spüren. Die Gruppe Freital hatte mit zahlreichen Anschlägen den Dresdner Raum schockiert und zum Ausdruck gebracht, dass der Terrorismus seine Wurzeln auch im Inland haben kann. Nun ist zu Beginn dieses Monats das Urteil gefallen und die Eindrücke, die man durch die Urteilssprechung erhält, sind eindeutig: Terror soll in Deutschland in keinster Weise toleriert werden. Sieben Männer und eine Frau wurden in einer Vielzahl von Anschuldigungen für schuldig gesprochen und zu vier bis zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. In einem Fall, der vor und während der Gerichtsverhandlung für viel Aufsehen gesorgt hat, ist es nachvollziehbar, dass nun viele Debatten über das Urteil begonnen haben. Diejenigen, die sich dafür aussprechen, das Urteil sei zu hart, begründen ihre Meinung damit, dass es eine Verhandlung gewesen sei, um ein Beispiel zu setzen.

Reaktionen und Eindrücke der Verhandlung

Um zu einem Urteil zu kommen, waren ganze 73 Verhandlungstage notwendig. Insgesamt wurde während der Verhandlung das Schicksal von 16 Angeklagten entschieden. Zu den HauptangeklagPolizisten im Einsatzten zählten Patrick F., Phillip W. und Timo S., die auch als die Köpfe der Terrorgruppe galten. Im Sommer 2015 haben sie Dresden in Angst und Schrecken versetzt, indem sie unter anderem Attacken mit Sprengstoff auf Häuser von Asylbewerber ausübten, Autoanschläge auf linke Politiker verübten, sowie Anschläge auf Wohnprojekte, die von linken Parteien unterstützt wurden. Laut dem vorsitzenden Richter wurde die Situation als „bürgerkriegsähnlich“ beschrieben. Kritiker sagen, dass die damals Jugendlichen zu hart bestraft wurden. Die Entscheidung des Gerichts wurde jedoch damit argumentiert, dass alle Angeklagten ein gesellschaftliches Leben mit Pflichten und Rechten lebten, die es nicht erlauben, eine geringere Strafe zu verhängen. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass es sich bei der Freital-Gruppe nicht um eine homogene Vereinigung handelt. So haben nicht alle Mitglieder der Gruppe die gleichen politischen Orientierungen. Ein Merkmal ist jedoch bei allen 16 Angeklagten zu erkennen und das ist der Fremdenhass.

Die Bedeutung des Urteils

Das Urteil bringt jedoch ferner noch eine weitere Bedeutung mit sich. Zum einen wurde im Sommer 2015 in Dresden deutlich, dass der Terrorismus nicht nur auf ausländische Gruppen beschränkt werden kann. Auch im Inland gibt es heute wieder zunehmend Gruppen, die sich auf gewaltsame Weise gegen aktuell politischen und sozialen Entwicklungen aussprechen. Die Migrationskrise, die stark durch den Zustrom von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten entstanden ist, bringt massive innenpolitische Probleme mit sich. Die besten Schuhe finden und gegen die gesellschaftliche Aufruhr zu gehen, hat als Lösung ganz klar versagt. Deutschland aber auch Europa sehen sich erneut der Problematik des Fremdenhasses gegenübergestellt und es ist klar, dass die Mitglieder einer Terrorgruppen noch nicht einmal homogen die gleiche Meinung teilen müssen. Ein Bruchteil an Kontingenz reicht, um bereit zu sein, Menschenleben zu opfern. Das Urteil gegen die Gruppe Freital bringt jedoch zum Ausdruck, dass terroristische Aktionen jeder Art in Deutschland nicht geduldet und somit im vollen gesetzlichen Umfang bestraft werden.