Fremdenfeindlichkeit im Justizvollzug

Fremdenfeindlichkeit durch Angst vor dem Unbekannten zeigt sich in den Gefängnissen.

Gehen Sie davon aus, dass es schon immer ausländische Bürger in den Gefängnissen gab. Das ist üblich, denn ein gewisser Prozentsatz von Bürgern, unabhängig ihrer Herkunft, gerät aus persönlichen Gründen in die Kriminalität.

Jedermann, ob Angestellter oder Insasse eines Gefängnisses verschwindet hinter hohen Mauern, um seine Arbeit oder seine Strafe zu absolvieren. Was hinter diesen Mauern geschieht wissen Sie, wenn Sie selbst oder einer Ihrer Angehörige, Freunde und Bekannte davon betroffen waren. Warum sollte Sie das interessieren fragen Sie sich vielleicht? Darauf werden Sie hier keine Antwort erhalten. Vielmehr erfahren Sie hier, weshalb hinter den Mauern einer Justizvollzugsanstalt, es ganz genau so zu geht wie vor den Mauern. Es ändert sich in Bezug auf Fremdenfeindlichkeit nichts.

Dort wo Menschen anderer Herkunft, Bildungsgrad, religiöser Ansichten, politischem Verständnis, anderen Kulturen usw. aufeinander treffen, entstehen Missverständnisse. Sie verstehen einander nicht. Bisher mussten diese Menschen sich nicht verstehen. In Freiheit konnten sie sich individuell entscheiden mit wem sie ihren Alltag verbringen. Im Freiheitsentzug können diese Menschen keine individuelle Entscheidung treffen. Sie geraten in die Abwicklung des Justizvollzuges.

Dort einmal angekommen werden sie unter Beobachtung genommen. Seitens der Angestellten wird versucht, dass die Insassen, auf 12 Quadratmeter zu zweit oder auf 20 Quadratmeter zu dritt zueinander passen. Dieser Versuch muss scheitern, denn die Bediensteten kennen die Menschen nicht, die da kommen. Sie wissen aus den Akten, was ihnen angelastet wird, woher sie kommen sollen und welche Auffälligkeiten registriert wurden. Mehr wissen sie nicht.

Jetzt stellen Sie sich vor, dass sie in diese Lage kommen, das passiert oft, dass Menschen zunächst im Gefängnis landen, bevor ihre Unschuld nachgewiesen wurde. Daher dürfen Sie sich das gern vorstellen.

Sie befinden sich in der Zelle und eine fremde Person ist dabei. Sie sprechen nicht die gleiche Sprache, aber sie können sich etwas auf Englisch unterhalten und erfahren, dass es sich um einen Menschen handelt, der als Flüchtling hierher gekommen ist und ihm vorgeworfen wird, dass diesem Menschen des mehrfachen Diebstahls beschuldigt wird.

Sie wissen, dass Flüchtlinge Unterstützung erhalten und fragen sich warum muss er sein Geld mit Diebstahl verdienen?

Bis hierher ist alles normal und jetzt beginnt er, am frühen Morgen zu beten, zuvor geht er an das Waschbecken und reinigt sich sein Gesicht, seine Füße und seine Hände. Sie beobachten dies 3-5 mal am Tag und denken sich dabei. Na ja, wenn der so religiös wäre wie er tut, dann hätte er nicht gestohlen.

Sie verstehen nicht was er redet. Es klingt fremd. Sofort denken Sie an diese Bilder der Attentäter, die hier Angst und Terror verbreiten. Ab diesem Zeitpunkt, fühlen Sie Angst. Sie wollen nichts mit diesem Menschen zu tun haben.

Genau so geht es auch den Bediensteten des Justizvollzuges. Es ist zu fremd für sie alle um zu erkennen, dass Menschen ihren Glauben offener leben als wir. Dass die Gebräuche nichts mit den Vorwürfen zu tun haben, das wird ausgeblendet. Durch diese Einstellung beginnt die Fremdenfeindlichkeit, die sich in Gewalt manifestiert.