Blogs gegen Rechts

Auch wenn man in den Medien sehr oft von den Foren und Blogs der Neuen Rechten liest, so gibt es auch eine Gegenbewegung, die zahlenmäßig auch noch überlegen sein dürfte. Blogs und Webseiten, die vor den Gefahren von rechts warnen, gibt es schon seit dem Wiedererstarken der NPD und anderer rechter Parteien.

Leicht gemacht haben dies Content-Managementsysteme wie WordPress oder auch Webseite wie Tumblr, mit denen man ohne technische Kenntnisse selbst ein Blog und eine Nachrichtenseiten ins Leben rufen kann. Diese neue Form der digitalen Kommunikation ermöglicht eine schnelle Verbreitung der neuesten Meldungen und Meinungen über die rechte Szene.

Aktivisten können dank dem mobilen Internet von überall ihre Berichte schreiben und brauchen nicht einmal viel Computerleistung. Es reicht oft schon ein MacBook Pro refurbished aus, um sogar Videos zu schneiden und Texte zu editieren. Weil Blogbeiträge nicht allzu lang sein müssen, kann man auch nur kurze Meldungen veröffentlichen.

Blogger kommen in die Presse

Die klassischen Medien bedienen sich heute auch der Blogs von unabhängigen Journalisten und Verbänden, um Hintergrundinformationen zu Ereignisse zu bekommen. Blogs gegen Rechts werden auch von Zeitungen gefunden und dann wird sogar eine Geschichte über solche mutigen Blogger geschrieben.

Die Verbindung zu sozialen Medien und die Suchmaschinen-Freundlichkeit helfen den Blogs gegen Rechts auch dabei, im Internet gefunden zu werden. Wer hier die richtigen Themen hat, kann sich auch gegen die Flut der Fake-News aus dem rechten Spektrum erfolgreich wehren.

Risiko für die Verfasser

Blogger, die Nachrichten über die rechte Szene verbreiten, gehen oftmals ein großes Risiko ein, vor allem wenn sie unter ihrem echten Namen schreiben. Gerade wer in kleineren Orten wohnt, kann sich schnell Anfeindungen von Rechten ausgesetzt sehen. Deshalb ist es auch üblich geworden, unter einem Pseudonym oder ganz anonym zu schreiben. Die Bloggerin Annalena Schmidt aus Bautzen ist mutig genug gewesen, selbst an die Öffentlichkeit zu gehen. Dafür hat die Bundesregierung sie sogar als Botschafterin für Demokratie und Toleranz ausgezeichnet.

Aber selbst in den Printmedien sind die Blogs entdeckt worden, um rechte Netzwerke aufzuspüren. So hat sogar die altehrwürdige Zeit ein Blog, in dem es bisweilen auch um Artikel über die rechtsextreme Szene geht. In einem Blogbeitrag von Sebastian Lipp ging es zum Beispiel um eine Gruppe in Bayern, die sich um einen Landwirt gebildet hat. Dieser verbreitet nach außen hin das Bild einer bayerischen Idylle, tatsächlich aber ist er eine führende Figur in der rechten Szene und spielt auch in einer lokalen Skinheadband. Mit Blogbeiträge wie jenen von der Zeit wird es solchen Gruppen aber schwerer gemacht, im Verborgenen zu bleiben.

Heute bekommen sogar Seiten wie Freitag.de, eine Meinungsseite die sich klar gegen Rechts ausspricht, Preise und Auszeichnungen für ihre Arbeit, wie den European Newspaper Award. Auch wenn diese Seite auch noch in gedruckter Form veröffentlicht wird, hat man doch auch eine klare digitale Strategie und schreibt online Artikel gegen Rechts.